Winterwelt Jura
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Schneebericht
von Mittwoch, 20.01.2021 um 09:41:54 Uhr

Mit starkem Westwind milder - In den unteren Lagen Tauwetter


Allgemeines
Dank einer klaren Nacht und kühlen Temperaturen herschten gestern Dienstag 19.1 nochmals schöne Verhältnisse für Touren im Reich der kleinen Berge. Meist war Pulverschnee auf einer gut gesetzten Schneedecke anzutreffen und somit wunderschöne Skitourenverhältnisse. Im Laufe des Tages frischte der SW-Wind auf und es wurde milder. In den untersten Lagen setzte bereits etwas Tauwetter ein. Allgemein liegt in den unteren Lagen östlich vom Passwang merklich mehr Schnee als nach Westen. Im Jura liegt auf 1000m verbreitet 35-50cm, oberhalb 1200m 40-80cm, lokal bis 120cm Schnee. Im Schwarzwald liegt auf der gleichen Höhe etwas mehr Schnee. Skitouren können oberhalb rund 600-800m unternommen werden. Die Verhältnisse ändern nun mit der Erwärmung aber rasch. So sind bereits heute regional unterschiedliche Verhälntisse anzutreffen. Pulverschnee, Bruchharsch und Nassschnee.

Kurzfristige Entwicklung
Heute Morgen war es in Muldenlagen mit Temperaturen um -6 bis -2 Grad noch recht kühl, während die Temperaturen z.B. auf dem Grenchenberg (1300m) bereits im Plusbereich lagen. Auf den Jurahöhen mässiger bis starker SW-Wind mit Böhen um 70km/h. Tagsüber welchseld bewöklt, aber auch sonnige Phasen. In der Nordwestschweiz mild bis rund 10 Grad. Auf den Jurahöhen mit Westwind 4-6 Grad. Der Schnee wird in den unteren Lagen schwinden.

Lawinengefahr und Schneedeckenaufbau
Mässig, Stufe 2 - Triebschnee, Altschnee
Die frischen und schon etwas älteren Triebschneeansammlungen sind meist klein aber teilweise leicht auslösbar. Sie sollten im steilen Gelände vorsichtig beurteilt werden. Zudem können sehr vereinzelt Lawinen auch in tieferen Schichten ausgelöst werden. Vorsicht an sehr steilen Schattenhängen. Skitouren und Schneeschuhwanderungen erfordern eine defensive Routenwahl. Gefahrenstellen: Vor allem an den Expositionen West über Nord bis Südost oberhalb von rund 1200m. Gleitschneelawinen: An steilen Grashängen sind Gleitschneelawinen möglich. Sie sind meist klein. Mit der Erwärmung nimmt die Gefahr von trockenen Lawinen ab, jene der Gleit- und Nassschneelawinen zu. Auf 1000m sind 2 Krusten zwischen weichen Schneeschichten eingelagert.

Tendenz für die nächsten Tage
Am Donnerstag nimmt die Bewölkung zu, und es fällt Regen bis in Höhen der Juragipfeln. Damit dürfte der Schnee in den untersten Lagen verschwinden, in mittleren Lagen abnehmen und in den oberen Lagen sich verdichten. Tendenz: Im Laufe des Samstags 23.1 gelangt voraussichtlich wieder kältere Luft zum Jura. Die Schneefallgrenze sinkt auf 400-800m ab. Dort wo der Schnee liegen geblieben ist, bildet er eine gute Unterlage für die kommenden Schneefälle. Ab dem Wochenende und Anfang kommender Woche (25.1) wird es unbeständig und windig. Mit Glück fallen oberhalb rund 800m erneut 5-20cm Neuschnee. Damit werden die Verhältnisse für Skitouren im Reich der kleinen Berge wieder anständig.

VersID 288 / Daniel Silbernagel



Aktuelles Lawinenbulletin und Schneesituation des SLF: Lawinenbulletin

Daten und Ausgabezeiten
Das Jura-Schneebulletin stützt sich auf die allgemeine Wetter-, Schnee- und Lawinensituation im Jura.
Zu einem grossen Teil fliessen gesammelte, aktuelle Beobachtungen und Aufnahmen im Gelände des Autors und übriger lokalen Beobachter ein. Es erscheint ab dem ersten ernsthaften Schneefall und so lange Schnee im Jura liegt, regelmässig aktualisiert und hier aufgeschaltet.